Swissman 2018

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Swissman Xtreme Triathlon: you know that this race is hard and tough, but wusstest du auch dass…

…zuerst eine Schifffahrt morgens um 04:15h zur Insel Brisago dabei ist?

…es selbst auf der Tremola Stau gibt – durch einen Alpaufzug?

…meine Lieblingsnahrung Schinkensandwiches waren?

…ich die beste Supporterin hatte, die mich auf die kleine Scheidegg hochtrieb?

…es am Tag darauf zur Finisherparty einfacher mit dem Bähnli hoch geht?

…der Wettkampf perfekt organisiert und sehr familiär ist?

Falls du das alles nicht wusstest – jetzt weisst du‘s 😃

Wenn du noch mehr über den Swissman wissen willst mit allen Zahlen und Fakten, dann schau auf http://www.suixtri.com nach und lass dich vom Swissman-Spirit anstecken. Und hier noch ein kurzer Film, den Gisela erstellt hat: https://photos.app.goo.gl/EwkTnTRQYHrrGrsd9

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Saisonrückblick 2016

© by Moritz Sonntag www.moritzsonntag.de
© by Moritz Sonntag http://www.moritzsonntag.de

Ihr seid vielleicht verwundert, weshalb so wenig Einträge auf meinem Blog zu finden sind im 2016. Der eine oder andere hat dann vielleicht noch in den Resultaten nachgeschaut und da standen am Ende zwei DNF. Das ist doch eher selten zu finden bei mir. Hier nun ein kurzer Rückblick, was den alles ging – oder eben nicht ging 🙂

Die Saison startete sehr vielversprechend. Schon über Silvester waren Gisela und ich an der Wärme in Fuerteventura für einen ersten intensiven Trainingsblock (inkl. einem 100x100m-Swim am 1. Januar). Neben dem normalen Training folgte ein weiterer Tri-Camp-Trip nach Mallorca, wiederum als Guide bei Hannes Hawaii Tours.

Der erste grosse Wettkampf folgte bereits Anfangs Mai bei der Half-Challenge in Lissabon – und Bähm! – gleich ein 3. Platz in einem heftigen Rennen, dass von Kälte, Wind und Regen geprägt war. Toll, so kanns weiter gehen, dachte ich mir.

Der zweite Streich folgte sogleich Ende Juni beim Rothsee-Triathlon (in der Nähe von Roth/D), wo ich eigentlich ein Heimrennen bei meinem Trainer Matthias Fritsch absolvierte. Dort verpasste ich in einem wunderschönen Rennen über die olympische Distanz das Podest knapp und wurde 4. Es lief aber noch alles nach Plan.

Im Juli folgte dann die Familienstaffel bei der Challenge Roth mit unserer internen Familienwette, die ich knapp für mich entschied (siehe Blog weiter unten).

Der erste Tiefpunkt folgte Ende August beim Allgäu-Tri über die olympische Distanz. Auf dem Rad geschah es auf der regennassen Strasse in einer steilen Abfahrt: Schlagloch übersehen, Hände vom Lenker gerissen und Salto vorwärts mit unsanfter Landung auf dem Asphalt. Sturz wäre eigentlich glimpflich verlaufen, wenn ich nicht mit dem linken Unterschenkel an der hinteren Flaschenhalterung hängen geblieben wäre und mir eine ca. 20cm lange tiefe Wunde unterhalb der Wade ins Bein riss. So gings direkt ins Spital, wo sogleich genäht wurde. Im Anschluss bekam ich zwei Wochen Beinschiene verordnet und knapp ein Monat fast kein Training. Auch die Europameisterschaft über die Mitteldistanz bei der Challenge Walchsee konnte ich bloss vom Strassenrand aus verfolgen und dafür umso mehr fanen für Gisela und andere Freunde.

Nicht den Kopf hängen lassen, hab ich mir da gedacht. Es sind noch gut 3 Monate bis zum Hauptwettkampf, dem Ironman Cozumel. Mit intensiver Aufbauarbeit und einem weiteren Trainingscamp Ende Oktober für 9 Tage in Lanzarote brachte ich meine Form auf Vordermann. Zusätzlich stand noch ein Test Mitte Oktober bei der Half Challenge in Peguera/Mallorca auf dem Programm. Dieser verlief recht vielversprechend und gab mir Mut und Selbstvertrauen für Cozumel.

Ende November war es dann soweit – das Saisonhighlight auf der mexikanischen Karibikinsel Cozumel. Schon von der Umgebung her ein Paradies. Und auch die Ironman-Organisation war sehr untypisch mexikanisch – nämlich top organisiert. Und dank Hannes, dem Chef von Hannes Hawaii Tours, welcher die Reiseleitung machte, war für alles gesorgt und wir konnten nur geniessen. Eine Woche vor dem Rennen war Anreise und Angwöhnen ans Klima angesagt. Ich fühlte mich sehr wohl und freute mich auf das Rennen.

Sonntag, 27. November hiess es morgens um 07:30 Uhr start frei. Schwimmen im karibischen Meer war als solches schon ein Highlight (super Sicht, sehr warm). Bereits nach 58min konnte ich dem Traum entsteigen und stieg voll motiviert aufs Rad. Dabei entstand auch das obige Foto, welches Symbolisch für meine Freude und Begeisterung am Triathlon steht. Ebenso zeigt es die gute Freundschaft von Hannes und seine Leidenschaft für den Triathlonsport. Leider gab ich zu viel Gas auf dem Rad (verliess mich wohl zu fest auf den Wattmesser) und war nach 1 1/2 von 3 Runden plötzlich komplett leer in den Beinen. Ich versuchte noch, locker weiterzuradeln und hoffte, dass sich der Körper erholt. Aber es ging nix mehr. So gab ich das Rennen nach zwei Runden auf dem Rad komplett entkräftet auf. Dafür hatte ich danach genügend Zeit, Gisela anzufeuern, welche ein Traumrennen ablieferte und über 40min unter ihrer letztjährigen Bestzeit in Frankfurt lag. Gratulation an dieser Stelle zu ihrem 5. Platz.

Über alles gesehen war es eine eher durchzogene Saison. Aber man kann nicht immer ein solches Jahr wie das vergangene 2015 haben. Es wird aber aufwärts gehen und ich bin jetzt schon motiviert auf das Schweizer Double nächstes Jahr. Hab mich bereits für den Ironman 70.3 in Rapperswil und den Ironman Switzerland in Zürich angemeldet und möchte euch dort zeigen, was alles in mir steckt. Ich hoffe, ihr drückt mir alle die Daumen 🙂

In der Zwischenzeit wünsche ich euch allen ganz schöne Festtage und einen guten Rutsch ins 2017.

Walter

Challenge Roth Familienstaffel

Eine Staffel der etwas anderen Art absolvierten Gisela und ich am 17.7.2016 anlässlich der Challenge Roth. Statt normal mit drei Personen anzutreten, welche sich die 3.8km Swim, 180km Radfahren und 42km Run teilen, starteten wir ‚bloss‘ zu zweit, wobei Gisela der Swim- und Run-Part zufiel und ich durfte die Radstrecke absolvieren. Damit war die Sache aber noch nicht geklärt. Wir machten noch eine Familien-Challenge daraus: wer die schnellere Zeit hat, d.h. Giselas Schwimm- und Laufzeit gegen meine Radzeit. Unsere erhofften Zeiten von jeweils knapp 5h lagen nahe beieinander, was also für Spannung am Renntag sorgen sollte. Unsere facebook-Freunde waren fast geschlossen der Meinung, dass Walti keine Chance hatte, aber Abgerechnet wird ja bekanntlich am Schluss.
Und so hiess es am Sonntag morgen um 08:55h, eine Stunde nach der letzten Age-Group-Welle Start frei für unseren Staffel-Wettbewerb.

Hier der kurze Bericht von den jeweiligen Etappen:

Gisela (3.8km Swim):
Nach einem recht gemütlichen Frühstück, bei dem alle nervösen Einzelstarter schon unterwegs an den Kanal waren, ging’s für uns etwas ruhiger los.
In der Wechselzone kam aber doch Spannung auf. Nicht nur, weil das Wasser mit knapp 20 Grad doch nicht ganz Jacuzzi-Temperatur hatte, wie ich es am Liebsten habe. Und auch weil ich lieber ohne Neo schwimme. Aber es ist wie es ist und los ging’s. Meine Taktik, lieber etwas weiter, dafür in Ruhe zu schwimmen, ging wieder einmal auf. Nachdem ich auf der anderen Kanalseite wieder am Start vorbeischwamm, kam mir dann doch noch die Idee, dass ich ja gegen Ende noch Gas geben könnte. Leider waren die Füsse und Arme zu dem Zeitpunkt schon eiskalt. Happy nach 1:12 aus dem Wasser (mein Wunsch wären 2min schneller gewesen, also noch alles im Plan) und mit Vollgas zu Walti.

Walter (180km Rad): Mit Spannung erwartete ich Gisela in der Wechselzone und schon kam sie zwischen allen anderen angesaust. Schnell den Chip gewechselt, Kuss(doping) und los ging es für mich auf die 2x90km Runden um Roth bzw. Hiltpoltstein. In der 1. Runde waren sehr viele Athleten unterwegs, welche auf ihrer zweiten Runde waren. So gab es teilweise recht grosse Felder, welche ich aber alle ganz gut überholen konnte. Dank meinem neuen Wattmesser hatte ich die Power jederzeit im Blick und es fühlte sich noch sehr locker an. Der Solarerberg auf dieser Runde war übervoll und es war Hühnerhautstimmung (für deutsche Leser Gänsehaut 🙂 ) pur. Das muss man einfach mal erlebt haben. Anfang zweiter Runde nach Eckersmühle (Abzweiger zur Wechselzone 2) wurde es leerer auf der Strecke und ich tat mich schwer, meine angepeilte Wattzahl noch zu erreichen. Es wurde langsam zäh. Nachdem ich die ersten 90km in 2:29h absolviert hatte, musste ich nun auf die Zähne beissen, dass ich das Tempo noch halten konnte. Aber ich überholte nach wie vor einen Staffelradfahrer nach dem anderen und das pushte mich vorwärts. Am Solarerberg war es inzwischen ruhiger geworden und man hatte nicht mehr bloss eine Schulterbreite Durchfahrt sondern gut Platz. Und endlich kam dann auch für mich die zweite Passage Eckersmühle und ich durfte nach rechts zur Wechselzone 2 abbiegen. Noch 5km und ich war an meinem ‚Ziel‘ angelangt. Runter vom Rad, rein in die Staffelübergabezone und schon sah ich mein Schatz rumhüpfen.

Gisela (42km Run):
Das Schlimmste war das Warten… Und dann endlich kam mein Walti mit einem grossen Smile um die Ecke. Extra ohne Uhr wollte ich den Marathon eher zurückhaltend angehen, um dann gegen Ende zu steigern. Also erst mal das erste Drittel in einem moderaten Tempo. Das klappte ganz gut, deshalb lief ich in diesem moderaten Tempo erstmal weiter. Sicher ist sicher. Bei km 30 fühlte sich immer noch alles gut an, so dass ich gefühlt etwas mehr Gas gab, um die letzten 2km dann wirklich noch mal zu pushen, was zu einem negativ split-Rennen führte. Eigentlich wie erhofft.
Der Zieleinlauf Hand in Hand mit Walti war ein phänomenales Erlebnis, da hätte ich noch ein bisschen weiter rennen mögen.

Fazit unserer Familienwette: es wurde eine hauchdünne Entscheidung. Gisela brauchte für Schwimmen (1:12:31) und Rennen (3:49.29) gesamt 5:01:59. Ich radelte 4:59.19h und ‚gewann‘ so die Wette um 2 Minuten und 41 Sekunden. Schlusszeit für unsere Staffel (inkl. Wechselzeiten) betrug  10:04.56h. Es war auf jeden Fall für uns beide ein Riesenerlebnis und die Challenge Roth ist nach wie vor DAS Highlight für jeden Langdistanztriathleten und sollte mindestens einmal im Leben auf der ‚to do‘-Liste stehen.

A dream come true

Was ist für viele Triathleten das Traumziel? Ganz klar, einmal in Hawaii beim Ur-Ironman an der Weltmeisterschaft starten zu können. Dazu muss man sich bei einem der weltweit rund 40 Ironman-Rennen qualifizieren. Einen der begehrten Slots habe ich mir im letzten Juli bei den Ironman-Europameisterschaften in Frankfurt als 10. in meiner Altersklasse M45-49 erkämpft.

Also hiess es am 3. Oktober Abflug nach Kona auf Big Island, Hawaii. So konnte ich mich eine ganze Woche an die 12 Stunden Zeitverschiebung gewöhnen und an das dortige warme und sehr feuchte Klima, wo  ich noch ein paar letzte und meist lockere Einheiten auf den Originalstrecken absolvierte.

Kona ist normalerweise ein kleines verschlafenes Städtchen, welches in der Ironman-Woche zu einem triathletischen Catwalk den Ali’i Drive rauf und runter mutiert. Jedes noch so kleine Fleckchen wurde durch Anbieter von Triathlonbekleidung und –Zubehör in Beschlag genommen. Es war wirklich das Triathlon-Paradies auf Erden.

Nicht fehlen durfte auch der allmorgendliche Schwumm im Meer zum Coffee-Boat, wo man wassertretend einen heissen Kona-Kaffee  gereicht bekam.
Die Velostrecke auf dem Queen K Highway nach Hawi und zurück war in den Vorwettkampfwoche manchmal fast dichter belegt mit Velos wie mit Autos. Alle wollten die berüchtigten, oft schnell wechselnden Windverhältinisse testen. Gefühlt kam da der Wind immer von vorne. Die Aussicht auf dem schnurgeraden, aber doch welligen Highway wechselte von schwarzen Lava-Feldern zu überraschend grünen Hängen, was zusammen mit dem Blau des Meeres einen faszinierenden Reiz hatte.

Entsprechend gut vorbereitet war ich bereit für den grossen Tag am 10.10.2015. Viel zu früh um 4:00 Uhr hiess es aufstehen, Henkersmüesli einnehmen und im Wettkampfdress ab Richtung Start/Wechselzone am Pier von Kona. Nach dem Body-Marking, einem letzten Check am Velo, an dem ich die mit eigener Spezialmischung gefüllten Trinkflaschen anbrachte und einer allerletzten Kontrolle, ob im Radbeutel auch wirklich alle Radsachen und im Laufbeutel alle Laufsachen waren, hatte ich sogar noch Zeit die magische Morgenstimmung am Schwimmstart aufzunehmen.

Nach den Profimännern um 6:30 und den Profifrauen um 6:40 wurde ich um 6:55 zusammen mit ca 1500 anderen Age-Group-Männern auf die lange Reise geschickt. Nach dem Startschuss mittels einer Kanone verwandelte sich die Bucht in einen Whirlpool. Ich hatte ja schon einiges erlebt und eingesteckt als ehemaliger Wasserball-Spieler, aber die Schwimm-Positionskämpfe hielten aufgrund des allgemein hohen Niveaus über die gesamten 3.8km an. Der Schwimmkurs als solches war eigentlich einfach: 1.9km raus und das gleiche wieder zurück zur Wechselzone am Pier.

Nach guten 1:04h hatte ich wieder festen Boden unter den Füssen. Schnell raus aus dem Schwimmanzug, Helm auf, Schuhe an und nach einem langen Weg durch die Wechselzone mit meinem Velo die Palani Road rauf.

Nach einer kleinen Einrollrunde in Kona wurden wir auf den Queen K Highway geschickt, einmal Hawi und zurück, um auf die gesamthaft 180km zu kommen. Auf den ersten 80km war der Wind noch gnädig und ich kam gut voran. Den ersten Gegenwind erlebte ich beim Anstieg nach Hawi, wo auch eine kurze Dusche vom Himmel auf uns wartete. Nach dem Wendepunkt –  dann bergab und mit Rückenwind – genoss ich kurze Zeit Tiefflug. Bis km 150 konnte ich in meinem Tempo weiterkurbeln bis uns der nächste Gegenwind beglückte und nochmal ordentlich an der Kraft und den Nerven zerrte. Trotzdem erreichte ich nach guten 5:20h die Wechselzone und war bis dahin auf erwartetem Kurs.

Helm runter, Schuhe wechseln, Sonnenbrille auf und mit 9 Energy-Gels bepackt nahm ich die abschliessenden 42km in Angriff. Den ersten Teil von 14km den Ali’i Drive entlang hatte man noch viel Abwechslung durch Publikum und die eigentlich schönen Ausblicke aufs Meer, die ich jedoch dank der doch schon müden Beine und fast unerträglich feuchten Hitze nicht wirklich geniessen konnte.

Danach wurden wir die Palani Road hoch wieder auf den Highway geschickt und auf einen  8km Abstecher ins berühmt-berüchtigte Energy Lab, in dem es ausser Athleten und Verpflegungsposten genau nichts gab. Ausser Hitze. Dieser Abschnitt war für mich der härtestes des Tages, körperlich, aber auch mental. Die km-Abschnittszeiten wurden langsamer und ich begann zu zweifel, ob ich mein Ziel als day-light-finisher (unter 11h) erreichen würde.

Dank Umsteigen auf Red Bull bei km 30 und dem nach dem 2. Wendepunkt doch näherkommenden Ziel  konnte ich mich wieder pushen und gefühlt Richtung Finish-Line fliegen. Diese erreichte ich überglücklich nach 10:38.39h mit purem Gänsehautfeeling (und einem ordentlichen Krampf im Oberschenkel). Diese Schlusszeit reichte für Rang 80 von 249 Athleten in der Kategorie M45-49 bzw. Rang 735 von 2140 klassierten Athleten Overall. Trotz der enormen Anstrengung blieb am Abend noch genügend Zeit, diese Leistung gebührend zu feiern und allen Unkenrufen zum Trotz gibt es genügend Bier auf Hawaii.

Die anschliessenden zwei Wochen verbrachten Gisela und ich neben Big Island noch auf Oahu und Kauai. Dort erlebten wir viele interessante und wunderschöne Eindrücke von diesen faszinierenden Inseln auch abseits des Triathlonparadieses.

Abschliessend möchte ich mich bei meiner Frau, meinem Trainer Matthias Fritsch von professional-endurance-team und meinem Arbeitgeber ganz herzlich für die Unterstützung während des ganzen Jahres bedanken. Ebenso bei meinem Radshop Chälbli-Bike in Uster, welche immer für das Wohl meiner Räder schauten, bei Hannes Hawaii Tours für die gute Reiseorganisation in Kona und euch allen, die sich für mein Tun und Treiben interessieren. Es war eine tolle Saison mit vielen Erfolgen und dem absoluten Triathlon-Höhepunkt in Kona.

Aloha

Weiter Fotos mit Impressionen unserer Hawaii-Reise findest du in der Gallerie

Allgäu-Triathlon…

…oder wenn du bei einem Triathlon neben Kühen am Wegrand auch Kühe auf dem Podest hast.

Am Sonntag (16.8.2015) Morgen früh war es greislich und regnete ununterbrochen. Auch beim Wechselzone einrichten war es noch nass und unfreundlich. Ich hatte mega Probleme, meine Motivation für den Start zu finden. Der Schwimmstart war sehr ruppig (kein Wunder, wenn 800 Athleten gleichzeitig starten). Ich wollte bewusst etwas langsamer losschwimmen, um nicht wieder in Atemnot zu verfallen, geriet dabei aber in ne ziemliche Keilerei. Dann gings bis zur ersten Wendeboje recht gut. Doch auf dem Rückweg wieder Atemnot, Panik und Brustschwimmen. Allerdings nur kurz, denn es folgte der Kanal, danach Landgang und nochmals Raus ins Wasser und dem Ufer entlang. Dieses Stück verlief ohne Probleme und ich konnte wieder normal ziehen und kam schnell vorwärts. Schwimmen war überigens mit Neo. Bereits nach gut 22min für knapp 1,5km raus aus dem Wasser und erster Wechsel war top und schnell. Auf dem Rad fand ich recht gut rein, aber die Strecke war sehr hart mit vielen Anstiegen. Gleich nach 4km der Kalvarienberg und auch danach war nie Ruhe. Ich konnte aber gut mithalten. Nach knapp 42km und einer Abschnittszeit von 1:18h zurück in der Wechselzone. Der 2. Wechsel verlief nicht sehr gut, da ich mit den kalten Füssen nicht recht in meine Trailrunningschuhe kam. Hab extra die gewählt wegen der nassen Strecke und vor allem dem Kuhsteig (Anstieg von ca. 100m über einen Kuhtrampelpfad, der nur Matsch war). Als ich die Schuhe endlich anhatte, fand ich sehr schnell den Laufrythmus und liess mich auch durch anfangs sehr schnell anlaufende Mitkonkurrenten nicht verunsichern. Diese holte ich alle nach ca. 4km wieder ein und liess sie auch stehen. So konnte ich mein Tempo laufen und kam sehr gut ins Ziel nach 10,5km und einer Zeit von 42min. Die Uhr blieb bei 2:27.15h stehen. Alles in allem ein guter Wettkampf vom Gefühl her. Und über den Rang freute ich mich natürlich noch mehr. Wieder 2. in der AK und 29. Overall. So landete ich mit Sebi, Faris und Thomas auf dem gleichen Podest (Foto 1), da sie alle Kategorien zusammen aufriefen. Auch Gisela hatte einen erfolgreichen Wettkampf über die Sprint-Distanz. Sie durfte als Kategoriensiegerin die Kuhschelle von Hannes selbst in Empfang nehmen (Foto 2). Alles in allem ein sehr guter und top organisierter Wettkampf und sogar ein Kuhtrampelpfad können sie als Highlight verkaufen. Hannes Hawaii Tours-Organisation eben.

Ironman Frankfurt…

…oder wenn Hawaii am Main liegt.

Ja, ihr habt richtig gelesen: am Sonntag 5.7.2015 lag Hawaii nicht im Pazifik, sondern gefühlt in Frankfurt am Main mit tropischen Temperaturen.

Das begann schon am Morgen vor dem Start mit Lufttemperaturen über 25 Grad und der Langener Waldsee war mit 27 Grad auch keine Abkühlung. So stürzte ich mich mit weiteren 450 Agegroup-Athleten um 06:50 Uhr  ohne Neo mit der 1. Welle in den “Whirlpool”. Es war eine superschöne Morgenstimmung, von der ich leider auf der Suche nach der jeweils nächsten Boje nicht viel mitbekam. Nach genau 60 Minuten hatte ich die 3.8km hinter mir und wieder festen Boden unter den Füssen.

Der Wechsel in T1 verlief gut und schon sass ich auf meinem Canyon Speedmax mit Scheibe im Swissdesign (siehe Foto vom Ingolstadt-Tri-Bericht). Es ging flott die ersten 12km nach Frankfurt Downtown und dann auf 2 Loops à 84km durchs Hinterland. Die erste Runde war noch o.K., in der zweiten Runde hatte ich auf dem Rückweg das Gefühl, jemand hält mir einen Warmluft-Föhn ins Gesicht, so heiss war es. Aber grössere Probleme hatte ich auf dem Rad keine und konnte mit konstantem Druck in der Aeroposition fahren, so dass ich die 180km in exakt 5 Stunden schaffte. Immer noch im Fahrplan für eine mögliche Kona-Quali, dachte ich mir.

Schnell das Rad einem der vielen superguten Helfern in die Hand gedrückt und in T2 die Laufschuhe geschnürt und ab gings auf die 4 Runden à 10,5km hin und her am Main entlang. In der ersten Runde war noch alles gut und ich kam flott mit einem 5:00min/km-Schnitt voran. Doch in der zweiten und dritten Runde setzte mir die Hitze gewaltig zu. Der Lauf wurde langsamer und die Pausen an den zahlreichen Verpflegungsständen immer länger. Ende dritter Runde begann ich zu rechnen ( ja, das klappte sogar bei knapp 40 Grad im Schatten noch erstaunlich gut) und kam zum Schluss, dass ich bei dem Tempo über 10 Stunden bräuchte.

Hitze hin oder her, das musste doch schneller gehen! Die Hawaii-Quali hatte ich zu dem Zeitpunkt zwar innerlich schon abgeschrieben. Trotzdem gelang es mir, nochmals ordentlich aufzudrehen in der vierten Runde und so erreichte ich das Ziel in 9:58.14h noch knapp unter 10h. Per Zufall gleichzeitig mit meinem guten Kollegen Markus Konrad (Bild 1), der mir die geniale Sitzposition auf dem Zeitfahrrad eingestellt hatte.

Mein Handy wollte keine Internetverbindung herstellen, aber mein Schwager gab mir telefonisch durch, dass ich – ganz wider Erwarten – 10. in meiner AK geworden sei. Bei 11 Qualiplätzen hiess das, dass ich mich so direkt aus eigener Kraft für Kona qualifiziert hatte!

Zuerst ungläubig, aber überglücklich konnte ich es danach kaum mehr erwarten, Gisela ins Ziel kommen zu sehen. Sie lief glücklich aber ebenso erschöpft in 11:51.55h ein. Danach begann für uns die persönliche Hawaii-Party. Und am Montag  konnte ich mir beim Awards-Bankett den Slot abholen. Selbst wenn es Hannes Blaschke, der Reiseveranstalter meines Vertrauens, nicht recht wahrhaben will (Bild 2): wir reisen mit ihm nach Kona. So erleben wir Hawaii-Feeling nicht nur am Main sondern am 10.10.2015 im richtigen Hawaii im Pazifik.

Aloha